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Germanisches: Ostara (Ostern)

in Germania 11.09.2011 18:19
von Doitsu • Germanologe | 292 Beiträge | 486 Punkte

Auch bei diesem Fest gibt es unterschiedliche Termine. Für mich liegt Ostara auf dem 21. Lenzing, dem Tag des Frühjahrsäquinoktiums und dem Beginn des Sommerhalbjahres. Andere feiern am Vollmond nach dem 21. Lenzing, so daß das Fest oft in den nach ihm benannten Monat fällt. Das christliche Ostern wurde im Jahr 325 u.Z. (Konzil zu Nicaea) als bewegliches Kirchenfest auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gelegt. Zu erwähnen wäre noch, daß in Skandinavien der 14. Ostaramond als Första Sommardag bezeichnet wird.


Frühlingsstürme, Regen und Sonnenschein - die Natur erwacht aus ihrem "Winterschlaf". Die ersten (frühen) Zugvögel sind wieder da, manche Vögel brüten schon.
Ostara ist ein Frühlingsfest, das aber im Gegensatz zur Wonnenacht noch den Charakter des Kampfes zwischen Kräften des Lichts und der "Winterdämonen" hat.
Mit dem Fest wird die Gottheit "Eostra / Ostara" verbunden. Ostaras nordgermanische Entsprechung könnte Idun sein, die die Äpfel der Jugend für die Götter verwahrt (ewige Jugend = ewiger Frühling). Das Ostarafest ist für mich auch das Fest der Nerthus, Mutter Erde, von der Tacitus berichtet. Ostara ist eher die "asische" Göttin des Frühjahrs, während Nerthus / Njörd die entsprechenden Vanen sind. Die zugeordneten Runen verweisen allerdings auf die Parallele zum Herbstfest: Tiwaz = Himmelsvater und Berkana = Erdmutter / Ostara, die am Ostarafest eine Vereinigung (Ehwaz) eingehen.

Der Hase ist das heilige Tier Eostres, Gundarsson vermutet, daß er nur zu diesem Fest gegessen werden durfte. Dazu paßt, daß im Jahr 755 das Essen von Hasenfleisch durch Bonifatius und Papst Zacharias verboten wurde (nach Monson / Briswalter). Später wurden dann auch Kuchen / Brote in "Hasenform" gebacken ("Gebildebrote"), was z.B. auch zum Julfest üblich ist. Weiterhin sind die uns noch wohlbekannten Ostereier ein uraltes Fruchtbarkeitssymbol. Sie wurden wohl schon in früher Zeit auch gefärbt, aber wohl erst in jüngerer Zeit mit dem Hasen verbunden. Zum Färben mit natürlichen Substanzen, s. Monson / Briswalter. Maier sieht das alles kritischer, er schreibt, daß Bezeichnungen wie "Osterei" und "Osterhase" erst im 17. Jahrhundert bezeugt sind und daß man die damit verbundenen Vorstellungen von christlicher Motivik ableiten könne. Das (christliche) Osterlamm kann eventuell als Umdeutung des "Thorswidders" gesehen werden, der zu Ehren Thors geschlachtet wurde.
Ein weiterer Brauch ist das "Ostarawasserholen". Wasser, das man am frühen Morgen des Ostarafestes von einer Quelle im Wald holt, soll besondere Kräfte haben. Das gleiche gilt für die Asche des Ostarafeuers. Denn auch zu Ostara wurden große Feuer angezündet, mit deren Wärme und Helligkeit man dem Winter zeigen wollte, daß er nun gehen müsse.
Vermutlich wurde zu diesem Zeitpunkt auch eine Prozession ("Flurumgang") durch die Felder gemacht. Von genau dieser berichtet Tacitus. Das Symbol der Göttin wurde aus dem Hain gebracht und auf einem Wagen über die Äcker gezogen. Die Fruchtbarkeit der Göttin wurde so auf die Erde übertragen (Nerthus = Erde). Unsere heutigen Karnevalsumzüge (s.a. Disting) sind wohl noch eine Reminiszenz. Aber sie deuten gerade bei der alemannischen Fastnacht auch das oben erwähnte Kampfgeschehen an: Die Menschen wollten mit Verkleidung und gräßlichen Masken die Winterdämonen austreiben, damit der milde Frühling Einzug halten kann. Statt eines Umzugs wurde dieses Geschehen aber auch in Spielen versinnbildlicht.
Heutige Rituale müssen also auf jeden Fall im Freien stattfinden. Am besten wandert man an diesem Tag durch die Natur und hält ein Ritual an einem schönen, ruhigen Platz ab, in dem man auf die Fruchtbarkeitsgöttinnen und den Kampf zwischen Winter und Sommer eingeht.


Ratet mal was ich am meisten mag XD

Zehn Jahr ein Kind,
Zwanzig Jahr ein Jüngling,
Dreißig Jahr ein Mann,
Vierzig Jahr wohlgetan,
Fufzig Jahr steiler Zahn,
Sechzig Jahr geht´s Alter an,
Siebzig Jahr ein Greis,
Achzig Jahr nimmer weis,
Neunzig Jahr der Kinder Spott,
Hundert Jahr Gnade Gott.

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